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Passivhaus Verkaufsstätten
Einleitung
Der Begriff Verkaufsstätten umfasst eine Vielzahl von Gebäuden, deren Energieumsätze sich aufgrund ihrer Größe und Lage, ihres A/V-Verhältnisses, ihrer Nutzung sowie ihrer Außendarstellung stark unterscheiden. Die wohl wesentlichste Einflussgröße ist die Warenkühlung. Wird sie benötigt, z.B. in Lebensmittelmärkten, können die Wärmeströme, die in die offenen Kühlregale fließen, so groß werden, dass die Summe der internen Gewinne trotz eines hohen Energieumsatzes für künstliche Beleuchtung negativ wird. Umgekehrt treten in Non-Food-Geschäften oft so große Wärmelasten auf, dass schon mäßig gedämmte Gebäudehüllen fast ganzjährig gekühlt werden müssen. Dazu tragen auch die immer längeren Öffnungszeiten bei.
Wird nun versucht, energieeffiziente Passivhaus Verkaufsstätten zu etablieren, wird man in allen Fällen vom Primat der Ökonomie ausgehen müssen: Der Umsatz entscheidet mit. Versuche, den Energiebedarf von Verkaufsstätten zu reduzieren, müssen also nicht nur für sich alleine ökonomisch tragfähig sein, sie müssen sich vor allem mit dem Verkaufskonzept vereinbaren lassen. Grundsätzlich spielt maximale Energieeffizienz die herausragende Rolle. Einige umgesetzte Beispiele sind in Abbildung 1 aufgeführt.
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Fazit
In Bezug auf die Energieeffizienz von Verkaufsstätten bestehen erhebliche Potenziale. Die wichtigsten Punkte sind die Warenkühlung im Lebensmittel-Einzelhandel sowie, in fast allen Arten von Verkaufsstätten, die Beleuchtung. Eine Verringerung des Energiebedarfs für die Raumwärme bzw. die Klimatisierung erscheint demgegenüber zunächst nachrangig. Die in anderen Bauaufgaben bewährten Passivhaustechnologien können größtenteils trotzdem sinnvoll eingesetzt werden, wenn die spezifischen Randbedingungen von Verkaufsstätten in der Planung beachtet werden. Die vorangegangene Analyse wird im Protokollband Nr. 40 mit dem Titel Passivhaus Verkaufsstätten vertieft.
Es erscheint sinnvoll, die Anforderungen an eine Passivhaus Verkaufsstätte modular zu formulieren: Da z.B. die Kühlmöbel den größten Einfluss auf die Energiebilanz in einem Verbrauchermarkt haben, sind die Effizienzanforderungen sinnvollerweise auf den laufenden Meter Kühlmöbel zu beziehen. Eine pauschale Deckelung des PE-Kennwertes alleine, etwa mit Bezug auf den Quadratmeter Energiebezugsfläche, ist hier nicht zielführend. Ähnlich verhält es sich mit der Beleuchtung: Für alle Passivhaus Verkaufsstätten gilt, dass der Energiebedarf von künstlicher Beleuchtung schwer durch Maximal-Grenzwerte reduziert werden kann: Auch hier müssen die Anforderungen modular sein.
Als entscheidend erweist sich der Einsatz von hocheffizienten Komponenten. Hier sind interessierte Hersteller, Investoren und Betreiber gefragt, diese zu entwickeln, auf den Markt zu bringen und einzusetzen. Der nächste Schritt muss sein, die Zertifizierungskriterien für die verschiedenen Typen von Passivhaus-Verkaufsstätten festzulegen. Dafür wird das Passivhaus Institut Messdaten aus gebauten Beispielen heranziehen.
Die vorgestellten Untersuchungen wurden im Rahmen des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser Phase V durchgeführt. Der Arbeitskreis wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, das Land Hessen und proKlima, den Klimaschutzfonds der Region Hannover.
Quellen
[PHI 2011] Feist, Wolfgang; Hasper, Wolfgang; Kah, Oliver; Keck, Erwin; Krimmling, Jörn; Pohl, Wilfried; Schnieders, Jürgen; Theumer, Susanne; Protokollband Nr. 40 ‚Passivhaus-Verkaufsstätten‘, Arbeitskreis kostengünstige Passivhäuser Phase V, Passivhaus Institut (2011).

